Das Zauberwort der Stunde heisst «Real Time»

Kategorie: Mediengesellschaft | 2 Kommentare

Google Wave, Google Goggles, Google Living Stories, Google Latest Results, Google Trends alles sind dies Dienste, welche Kommunikation in Echtzeit, respektive Suchergebnisse in Quasi-Echtzeit ermöglichen. Und Google scheint einmal mehr das Ruder fest in der Hand zu haben. «Latest Results» soll vorerst nur auf englischsprachigen Google-Seiten nutzbar sein, ab dem ersten Quartal 2010 dann auch in Deutsch. Damit können Einträge von Twitter, Facebook und von Blogs unmittelbar nach der Veröffentlichung erfasst werden. Siehe auch den Blogeintrag von Peter Hogenkamp mit bester Erläuterung der Funktionsweise.

Es stellt sich wie immer bei neuen Diensten die Frage, welchen Sinn diese machen. Es ist offensichtlich, dass Google die Instant Message-Dienste resp. die sozialen Communities als Konkurrenz erachtet. Und es ist ein nochmals verstärkter Trend ausmachbar, dass schnelle News wertvoll sind, unabhängig von deren Gehalt. War bis vor wenigen Jahren noch «Content is King» das Schlagwort, heisst es heute anscheinend «Speed is King». Inhalte sind weniger wichtig geworden, Hauptsache, man hat die Nachricht früher als die anderen. So findet der Blick am Abend in Schweizer Städten reißenden Absatz, obwohl darin nicht mehr als eine Nacherzählung der lauten Ereignisse der letzten Stunden darin stehen.

etherpadAber eigentlich ist dieser Trend ja nicht neu und er entspricht nur der Fortsetzung der Geschichte der Kommunikation, resp. derjenigen des Internet: Auf E-Mail folgte MSN und auf Google Docs antwortet Etherpad etc. Und der Erfolg der Smartphones, allen voran des iPhones ist zu einem rechten Teil dem nochmals gesteigerten «Real Time-Vermögen» zuzuschreiben. Als exemplarische Beispiele seien genannt: Wetterdienste wie iWeather oder Nachrichtendienste wie das Tagi-App. Letzteres mit den «Breaking News» im Push-Modus: Am Morgen informiert mich ein Blick aufs Smartphone, dass  in Zürich ein entgleister Güterzug den Arbeitsverkehr behindern wird. Wirklich nützlich.

buzztrackerApropos Apps: Mit den Apps auf Mobilgeräten sind die Widets fast schon in Vergessenheit geraten. Der «Buzztracker» visualisiert die Herkunft der aktuellsten News auf der Weltkarte. Im Moment findet man bei «Copenhagen» einen dicken roten Punkt… Was da noch fehlt ist ein iPhone App und dann noch eine Real Time Refresh-Funktion…

Und spätestens auf den Jahreswechsel wird ja auch das gute alte E-Mail wieder zum Instant Message Tool: Wenn längst fällige Mails noch schnell beantwortet werden, um dann prompt vom Gegenüber eine schnelle Antwort zu erhalten. – Wer will denn schon das Jahr mit Unerledigtem abschliessen – Und die heisse Kartoffel wird schnell dem nächsten gereicht.

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  • Danke für das Lob. „Hogenkamp“ heisse ich, aber ist nicht soo wichtig. 🙂