Neujahrsblatt 2.0?

Kategorie: Film, xDiverses | Kein Kommentar

Jeweils am 2. Januar, am Berchtoldstag, verteilen Zürcher Gesellschaften zur Kunst- und Bildungsförderung ihre traditionellen «Neujahrsblätter», nach einem alten Brauch aus dem 17. Jahrhundert. Oft werden Nachdrucke von historischen Dokumenten abgegeben, wie beispielsweise diese Dokumentation des Murer-Plans (Bild). Beim Zürcher Heimatschutz ist das diesjährige «Blatt» die DVD des Dokumentarfilms «Grüeni Chachle». Den Autor des Film freut’s – und er nähert sich auf virtuellem Weg den Neujahrsblättern…

Die NZZ stellt die Neujahrsblätter der wohltätigen oder kunstfördernden Gesellschaften in ihrer Ausgabe vom 31. Dezember vor. Und sie widmet dem im Film portraitierten Männedörfler Pächterhaus einen separaten Artikel (pdf). Verweise auf die Websites der Gesellschaften sucht man auf der Zeitungsseite ausser bei der Zunft zur Waag vergeblich. Abwesende sollen mit diesem Stadtzürcher Anlass wohl nicht bedient werden. Die Webrecherche gestaltet sich schwierig: Wohl fördert die Google-Suche mit «Neujahrsblatt Zürich» 13200 Suchergebnisse zu Tage, zuoberst die Stadtverwaltung Zürich mit allgemeiner Information zum Brauch – ohne Links zu den einzelnen Gesellschaften. Weiter geht es mit Restanzen aus früheren Jahren. Nach einigem Suchen findet man Hinweise auf den Bezug der Neujahrsblätter 2011 auf den Websites der Antiquarischen Gesellschaft, der Allgemeinen Musikgesellschaft, der Gesellschaft zu Fraumünster und des Stadtzürcher Heimatschutzes – gut versteckt im Untermenu «Veranstaltungen». Auf der Website des Zürcher Heimatschutzes ist nichts vom «Neujahrsblatt der anderen Art» zu lesen, dies bleibt der Stadtzürcher Sektion vorbehalten.

Radio DRS berichtet im Regionaljournal, der Zürcher Heimatschutz erhoffe sich, dass er mit seiner «Neujahrs-DVD» auch ein jüngeres Publikum erreichen könne. Man stelle sich die «Abholete» Web 2.0-mässig organisiert vor: Der Anlass wird mit Facebook und Twitter publik gemacht und mit einem «Neujahrsblatt-App» wird die oder der Interessierte gleich an die jeweiligen Orte geführt. – Wohl der falsche Anlass und das falsche Publikum? Viel wäre bereits mit einer Übersicht im Internet über die Standorte der jeweiligen «Abholete» gemacht. So bleibt den Interessierten nichts anderes übrig, als mit der Zeitungsseite der NZZ in der Hand durch die Stadt zu eilen. Dabei könnte eine so lustvolle «Schnitzeljagd» mit digitaler Unterstützung durch die Zürcher Altstadt gestaltet werden… (-;

Die Neujahrsblätter können am Sonntag, 2. Januar, zwischen 10 und 12 Uhr in den verschiedenen Zunfthäusern bezogen werden.

Weiterempfehlen

Schreiben Sie einen Kommentar