Elektronische Medien intensivieren die Zusammenarbeit in Schulteams

Kategorie: Medienbildung, Schulentwicklung | Kein Kommentar

Im Ende Oktober erschienenen Jahrbuch der Schulentwicklung Band 15 publizieren Renate Schulz-Zander und Birgit Eickelmann einen weiteren Forschungsbericht zur Thematik rund um Schulentwicklung und digitale Medien unter dem Titel «Schuleffektivität, Schulentwicklung und digitale Medien» (Eickelmann & Schulz-Zander 2008, S. 157). Ich konzentriere mich im Moment auf die Einsatzmöglichkeiten von E-Tools zur Vernetzung von Schulteams. Eickelmann/Schulz-Zander melden, dass die «Kooperation unter den Lehrkräften in der Schulentwicklungs- und Schuleffektivitätsforschung eine besondere Bedeutung beigemessen wird» (S. 170). Das passt:

Entscheidend für die erfolgreiche Implementierung von digitalen Medien in der Schule sind gemäss der im Bericht zitierten Studien unter anderem Faktoren wie die Einstellungen der Lehrpersonen gegenüber ICT, die gelebte Schul- und Lernkultur, im Team vereinbarte und in Schulprogramm resp. Medienkonzept festgehaltene Ziele sowie eben die Qualität der Kooperation im Schulteam  (S. 159). Digitale Medien fördern gemäß der zitierten Studien nachweislich die Zusammenarbeit im Schulteam (S. 184). Am häufigsten werden in den elf untersuchten deutschen Schulteams Unterrichtsmaterialien mit E-Mail ausgetauscht, langfristige, institutionalisierte Kooperationen (professionelle Lerngemeinschaften) sind weiterhin selten. Die Lehrpersonen melden durchwegs, dass digitale Medien eher bereits bestehende Kooperationen vertiefen.

Sehr gerne würde ich nun darauf hinweisen können, dass diese vertiefte Kooperation der Lehrpersonen mit Hilfe elektronischer Medien schlussendlich auch einen intensivierten, zielgerichteten Einsatz digitaler Medien im Unterricht zur Folge hat. Doch dies kann die Studie leider nicht nachweisen: «Inwieweit die veränderten Kooperationsprozesse eine qualitative Veränderung der Kooperation und schliesslich einen Beitrag zur Steigerung der Schuleffektivität zu leisten vermag, bleibt offen» (S. 188). Dies müsse noch erforscht werden.

Schade, gerne hätte ich verkündet: «Betreibt einen News-Blog fürs Schulteam und die Schüler/innen werden medienkompetenter.» (–;  Und doch: Nur unbestätigt ist der Effekt; wir dürfen weiterhin getrost annehmen, dass beispielsweise eine gemeinsame Linkliste auf delicious oder eine Sammlung von Unterrichtsideen auf dem Teamserver doch zumindest ein ermutigender Anfang zum intensivierten Einsatz von digitalen Medien darstellen. Auch wenn – wie die Autorinnen am Schluss anmerken – Faktoren wie ein «fehlender curricularer zeitrahmen, fehlender professioneller technischer Support, …» (S. 188) wohl wichtigere Gelingensbedingungen für die erfolgreiche Medienintegration in den Unterricht darstellen.

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