Mehr Geräte – nicht mehr Know-How

Kategorie: Fotografie | 1 Kommentar

Letztes Wochenende am Blues’n’Jazz Rapperswil: der quirlige Musiker auf der Bühne begeistert junges und auch grau behaartes Publikum. Er fuchtelt mit seiner Gitarre wild herum, und viele Zuschauer fuchteln mit ihren Fotohandys und Digitalkameras. Ich glaube zu beobachten, dass im Vergleich zum letzten Jahr eher mehr teure Kameras gezückt werden. Derweil das Knowhow zur Bedienung anscheinend nicht automatisch mitgewachsen ist: Munter blitzen einige aus 30 Metern Distanz. Und am Seeufer beobachte ich eine Mutter, welche stehend aus nächster Nähe ihre Kinder gegen die Sonne ablichet – mit einer topmodernen Spiegelreflexkamera. Neue Kameras warten mit immer raffinierteren Spezialprogrammen auf, wie Gesichtserkennung, Szenenmodus, Verfremdungsfilter etc. Und mit dem eigentlichen Handwerk der Bildgestaltung tut man sich schwer.

bluesnjazz

Es macht den Anschein, dass die technischen Features bei neuen Geräten überwiegen und die Produktehersteller heizen damit  mächtig ein. Urs Ingold moniert in seinem Blogeintrag, wie der Hersteller beim neuen iPhone vor allem mit der höheren Geschwindigkeit wirbt – «the fastest, most powerful iPhone yet» – und weniger mit neuen Funktionen. Mit Muskelkraft, resp. der Taktfrequenz des Prozessors hatten in den 90er-Jahren auch die Windows-Computer geworben.

Zurück zur Fotografie: Tipps für gelungene Fotografien gibt’s im Internet zuhauf. Der beste ist wohl: Viel fotografieren, Ergebnis kritisch beurteilen und aus Fehlern lernen… Wer sich doch Nachhilfeunterricht in Fotografie wünscht, hier einige Links:

  • www.mediaculture.de (Bildgestaltung, anschauliche Beispielbilder; sehr übersichtlich)
  • www.istockphoto.com (Grundregeln des Fotografierens bezüglich Objektauswahl, Bildgestaltung, Digitaltechnik; benötigt kostenloses LogIn > «Help» > «Photographer’s Training Manual»; Englisch)
  • www.fotolehrgang.de (fototechnische Grundlagen)

blogblues_zusammenMehr Fotos vom Blues’n’Jazz Rapperswil hier.

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  • RDE sagt:

    Hallo Jürg

    Das erinnert mich an den Sport … an all die Leute, die zwar ein höllisches Equipment haben (und dafür höllisch viel bezahlt haben) mit perfektem Renndress und Profi-Accessoires … denen es im Endeffekt aber gar nicht unbedingt um den Sport geht bzw. die grundlegende Techniken der Sportart gar nie gelernt haben.
    Aber es sieht dann immerhin gut aus … Image ist alles 🙂

    Gruss, Rolf